Ronofox & the Ravens

Als Kind hat mir einmal jemand zugesteckt, dass es ein Land der Wünsche gibt, eine Art Raum-Zeit-Kontinuum, durch das man wandern kann, während für den Rest der Welt die Zeit still steht. Eine globale "Freeze" Funktion, die alles und jeden erfasst außer einen selbst. Das hat mich sehr fasziniert und lange begleitet. Dieser Nullpunkt der Zeit hat sich unter dem Namen "Zitronia" bei mir eingebrannt. Für den Eskapismus dieses Albums ein adäquater Titel!

Über dieses Album

Mit ein paar Jahren Abstand hört sich die Platte wie eine Mischung aus Wehleidigkeit und Selbstüberschätzung an. Hat aber auch einige große Momente – vor allem wenn die infernalischen Gitarren mit der Stimme die Klinge kreuzen. "Mein Superstar" oder "Schlaflos" (textlich an die "Schachnovelle" angelehnt) wandelt an der Grenze des Irrsinns. "Die postpubertäre Koketterie" jagt den Geistern der Vergangenheit hinterher und treibt sie mit einem wahnwitzigen Gitarrensolo schließlich aus. "Schlicht" ist in seiner Naivität liebenswert oder ärgerlich – je nach Tagesverfassung – genießt aber Welpenschutz, weil es der erste Song war, den Rosa Nitsche jemals aufgenommen hat. Meine persönlichen Lieblinge sind aber "Schwer" und "Weit weg". Beide Lieder sind Kumulationspunkte der damaligen Zeit und Stimmungslage und sehr aufrichtig in ihrer Interpretation. Und die letzten drei Akkorde von "Schwer" sind wie die berühmten drei Musketiere – einer für alle, alle für einen...

Erscheinungsjahr: 2002
Tracks: 09

01 - Die postpubertäre Koketterie m.d.

 

02 - Weit weg

 

03 - Schlicht

 

04 - Mein Superstar

 

05 - Schwer

 

06 - Schlaflos

 

07 - In die Nacht

 

08 - LIVE - Zu zweit (so ganz allein)

 

09 - BONUS - Mein Baby ist auf hoher See